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Manfred Beier

Manfred Beier (1927 - 2002)

Manfred Beier war ein Beobachter seiner Welt, wie man ihn sich gewissenhafter kaum vorstellen kann. Geboren im Vorkrisenjahr 1927 in der Großen Frankfurter Straße in Berlin- Friedrichshain als zweites Kind eines Malergesellen und einer Hausfrau, groß geworden ab 1933 in der Kleingartenkolonie Gutland II in Berlin-Friedrichsfelde. Siebzehnjährig, als Oberschüler, wird er einberufen als Luftwaffenhelfer.

Nach dem Krieg bemüht er sich um ein Studium an der Berliner Universität, wird aber abgewiesen. Die Studienplätze sind rar. Dagegen wird nach Lehrern gesucht. Viele der bisherigen Lehrkräfte gelten als belastet, nur wenige werden übernommen. Eine antifaschistische Einstellung ist Bedingung für den Eintritt in den Schuldienst. Zusammen mit seinem Bruder Günther entscheidet er sich, die Chance zu nutzen und Lehrer zu werden. Zusammen mit 40 weiteren Teilnehmern beginnt er am 1. April 1946 einen Achtmonatskursus für Neulehrer in Berlin-Lichtenberg. Ab Dezember 1946 wirkt er als Schulhelfer an der 12. Volksschule in Lichtenberg, einer Mädchenschule. Die Schule ändert später mehrmals ihren Namen, er aber wird bleiben, ab 1948 als Hilfslehrer, ab 1950 schließlich als Lehrer, bis er nach über 30 Jahren aus dem Schuldienst ausscheidet.

Dank seines Berufes kommt Manfred Beier fast überall in der DDR herum, von Prerow auf dem Darß bis zum Zittauer Gebirge. Auf seinen unzähligen Reisen kreuz und quer durch die Republik hat er so umfangreich wie wohl kein anderer fotografiert. Sein Fototagebuch umfasst insgesamt mehr als 60.000 Bilder aus den Jahren 1939 bis 2002. Manfred Beier hat die DDR-Welt fotografiert, wie er sie erlebt hat, und dabei weit mehr als ein persönliches Erinnerungsalbum hinterlassen. Er hat ein halbes deutsches Nachkriegsjahrhundert fotografiert.

 

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